Vom Kern aller Religionen

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Es gab und gibt hunderte religiöser Gemeinschaften und Glaubensbekenntnisse.
Und es gab und gibt immer wieder Versuche, hinter dieser Vielzahl einen gemeinsamen religiösen Kern zu definieren und deutlich zu machen. Negative Versuche finden sich bei Marx („Religion ist Opium für's Volk“) und im wissenschaftlichen Materialismus bis hin zu den Behauptungen der Neurotheologie (siehe "Hirnforschung"). Es gibt aber auch positive Ansätze.

1. Religiöse Sehnsucht
Ein gemeinsamer Kern aller Religiösität wird gerne in der Sehnsucht nach seelischer Sicherheit und Geborgenheit gesehen, nach einem sinnvollen Leben in einer unsicheren, leidvollen und oft als feindlich empfundenen Welt. Bei allen religiösen Kulturen ist die Frage zentral, wie dem Leid in seinen vielfältigen Formen standgehalten werden kann. Antworten liefern vielerlei Mythen, Lieder und Rituale. Antworten liefert aber auch die Philosophie. Den tief empfundenen Glauben an sehr konkrete Glaubensinhalte und -forderungen jedoch erklären Sehnsucht und Hoffnung alleine kaum

2. Gemeinsame Ethik (Weltethos)
Eine weiterer gewichtiger Versuch ist die Betonung der ethischen Einheit der Religionen, zum Beispiel durch die Stiftung Weltethos von Hans Küng. Diese Sichtweise bezieht auch den säkularen Humanismus mit ein. Es ist jedoch offensichtlich, daß auch Ethik nur ein Aspekt der Religionen ist. Zwar ist Ethik zentral wichtig für jede Gesellschaft, ihre religiösen Begründungen weisen jedoch in eine ganz andere Richtung.

3. Mystische Erfahrungen
Diese ganz andere Gemeinsamkeit beschreiben die Texte dieser Webseite. Sie besteht in den religiösen Erfahrungen, die in unterschiedlicher Form in aller lebendigen Religiösität enthalten ist. Sowohl Juden wie Christen, Muslime, Hindus und Buddhisten, aber auch Naturreligionen und Schamane, sie alle berufen sich auch auf konkrete und spezifische religiöse Erfahrungen bzw. Offenbarungen. Schaut man genauer hin, dann erschöpfen sich diese Erfahrungen bei weitem nicht in dem, was man gemeinhin visionäre Mystik nennt und im Christentum mit Klöstern und Meister Eckart verbindet, sondern es gibt gerade auch heute wieder eine Vielfalt außerordentlicher und erstaunlicher religiöser Erfahrungen.
Ein großer Vorteil dieser Betrachtung ist auch, daß sich in dem Wunsch, diese Phänomene verstehen zu wollen, Religion und Naturwissenschaft treffen. Die in den kommenden Jahrzehnten auf Grund vielerlei neuartiger Phänomene langsam entstehende Meta-Physik wird, davon bin ich überzeugt, eine neue Basis schaffen für das rationale und zugleich ehrfurchtsvolle Verstehen religiöser parapsychologischer Phänomene. Der Text Startseite-"Hirnforschung-2" zeigt erste Ansätze hierzu.

Allerdings haben religiöse Erfahrungen ein Akzeptanzproblem: Sie erheben einen authoritären Anspruch, sowohl ethisch wie theologisch. Dazu kommt, daß die intensive Beschäftigung mit religiösen Erfahrungen schnell zu der Erkenntnis führt, daß man damit zwischen allen Stühlen sitzt. Sowohl die amtskirchlichen Theologien wie die Wissenschaften, aber auch Freunde und Kollegen, wollen von religiösen Erfahrungen nichts wissen. Gründe sind mangelhaftes Wissen, oder die begründete Sorge, daß man sich auf Irrwegen verlieren könnte. Jedoch gilt auch hier: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Diesen Weg der Vernunft wollen die Texte dieser Webseite unterstützen.

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