Kant, Swedenborg und die Seele





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Lieber Leser,
dieser Text gilt für sich alleine. Es ist aber sinnvoll, nach diesem Text zusätzlich die Startseite und vor allem das Kapitel Offenbarungen anzuschauen.

Sogar der rationale Aufklärer Immanuel Kant hat sich in einem Frühwerk mit Mystik intensiv und konstruktiv auseinandergesetzt. Seine Begründungen sind nicht mehr zeitgemäß, seine Folgerungen jedoch sind auch heute noch gültig.

„Die Seele ist ein immaterielles Geistwesen mit Bewusstsein und Verstand, das mit anderen Seelen kommunizieren und auch ohne materiellen Körper als reiner Geist existieren kann. Wir sind eine Seele, wir haben, zeitweilig, einen Körper.
Diese Vorstellung entwickelt Kant, der Vertreter des Rationalismus und der Aufklärung, durch vernünftiges Argumentieren anhand der Vorgaben des Mystikers Swedenborg. Meinte Kant das wirklich ernst? Wie konnte es dazu kommen?

Immanuel Kant (1724-1804)war Zeitgenosse Emanuel Swedenborgs (1719-1772), der ab etwa 1750 in gebildeten Kreisen für großes Aufsehen sorgte. In der Nachfolge Swedenborgs haben sich Gemeinden gegründet, die in West- und Südafrika noch bis heute bestehen. Kant fand zunächst Swedenborgs Schriften „ganz abscheulich und voll Unsinn“. Sie faszinierten ihn aber trotzdem, denn „in welche erstaunlichen Folgen sieht man hinaus, wenn auch nur eine solche Begebenheit als bewiesen vorausgesetzt werden könnte?“ Das ist wohl wahr! Um dieses Staunen mit Anderen zu teilen habe ich die Texte dieser Webseite erstellt.
Kant kommt zu dem Schluß, die Schriften „geben wenig Verdacht auf spekulative Hirngespinste und eine verkehrt grübelnde Vernunft“. Dies ist auch mein Eindruck, der im Kapitel "Offenbarungen" ausführlich dargestellt ist. Dann wird Kant aber bösartig und schreibt sondern sie scheinen einem Fanatismus entsprungen zu sein“. Das ist insofern nicht ganz falsch, als Swedenborg in seinen mystischen Schriften nicht der sonst sorgfältig abwägende und selbstkritische Autor war. Er hat seine inneren Visionen wie eine Wahrheit aufgeschrieben ohne Rücksicht darauf, welche subjektiven Sichtweisen er mit seinen Visionen verquickte, ohne es selbst bemerken zu können.

Andererseits: Swedenborg war ein universell gebildeter Wissenschaftler, er sprach mehrere europäische und orientalische neue und alte Sprachen, er gehörte der Petersburger und Stockholmer Akademie der Wissenschaften an, er machte bahnbrechende physikalische Entdeckungen, schrieb 150 wissenschaftliche Werke, Kaiser Karl XII protegierte ihn, und sein Kollege Emerson sagte von ihm: „Sein geistiges Übergewicht würde alle Professoren einer Universität verstummen machen. Sein eminenter Geist ragt hoch über alle Zeiten.“ Swedenborgs mediale Begabung setzte erst um 1744 ein. Er schrieb in den folgenden 28 Jahren 73 Werke mit über 20.000 Druckseiten. Sein Leib ruht in der Kathedrale von Uppsala neben den schwedischen Königen. Diesem geistigen Koloss konnte sich Kant wohl nur durch eine gewisse Arroganz entziehen. Er oder ich, das war die Frage.

Kants Antwort war: Er und ich, und er beschloss deshalb, in seinem Aufsatz „Träume eines Geistersehers“ (damit meint Kant sich als Autor) die Ergebnisse der mystischen Schau Swedenborgs in seiner abwägenden Sprache der klaren Vernunft nachzuvollziehen. Ebenso ist vor 2400 Jahren Plato vorgegangen, und ebenso müssen wir verfahren. Unser Vorteil ist jedoch gewaltig: Wir haben haben heute eine große Anzahl umfangreicher Beispiele, die eine viel sicherere Analyse erlauben als es Plato oder Kant möglich war. Jeder, der sich mit Mystik - z.B. mit den Texten dieser Webseite - ernsthaft und kritisch beschäftigt, muß im Grunde genauso verfahren wie Kant/Plato. Die Thesen mögen anders sein, aber die ideologiefreie Vernünftigkeit der Folgerungen muß ähnlich sein, wenn wir nicht in blinden Glauben oder ebenso blinden Unglauben verfallen wollen.

Kants Absicht ist auch die unsere: „Hier wollen wir untersuchen, wie viel wir von der menschlichen Seele durch unsere Vernunft erkennen können. Denn des Menschen größte Sehnsucht ist die allgemeine Betrachtung der Seele von ihrem Ursprung, von ihrem zukünftigen Zustand und der Fortdauer.“

Zuvor sei noch eine Bemerkung gestattet. Trotz aller Vernunft können alle Thesen Kants falsch sein. Vernunft allein garantiert keine Wahrheit. Die Thesen Kants sind jedoch - anders als spekulative und fantasierende philosophische Metaphysik - angelehnt an die Schau Swedenborgs. Diese mystische Schau hatte bei Swedenborg den Charakter erfahrbarer Wirklichkeit. Swedenborg war alles andere als ein Hysteriker oder ein Fantast. Er hatte ähnliche Visionen wie alle anderen Mystiker (dies wird in den Texten über Schöpfung, Sündenfall und Erlösung deutlich), und da dies kaum eine genetisch verankerte Geistesverirrung sein kann (s. "Offenbarungen"), erlebte Swedenborg einen Aspekt der Gesamtwirklichkeit, der für jeden wichtig ist, der die Seele erforschen will.

Kants Ansatz ist: „Ich gestehe, daß ich sehr geneigt bin, das Dasein immaterieller Naturen in der Welt zu behaupten und meine Seele selbst in die Klasse dieser Wesen zu versetzen. Was in der Welt ein Prinzipium des Lebens enthält, scheint immaterieller Natur zu sein.“ Mit diesem Ansatz, daß das Leben oder die Lebenskraft eine immaterielle Energie sei, hat unser heutiger Zeitgeist Schwierigkeiten, weil wir zu sehr wissenschaftlich verbildet sind. Als Beweis für Wissenschaftsgläubige taugt er heute nicht mehr. Statt dessen haben wir heute eine Fülle paranormaler Phänomene von großer Kraft und Klarheit (siehe die anderen Texte der Startseite). Wenn wir diese Phänomene ernst nehmen, dann ist die Konsequenz die selbe: Wir müssen wohl annehmen, daß in uns „ein Wesen immaterieller Natur“ existiert, eine immaterielle Seele. Diesen Gedanken entwickelt Kant weiter und meint, daß diese immateriellen Naturen „unmittelbar vereinigt vielleicht ein großes Ganzes ausmachen mögen, welches man die immaterielle Welt nennen kann ... deren Teile untereinander in Verknüpfung stehen auch ohne Vermittlung körperlicher Dinge ...“. Das wäre eine Welt von Ungeborenen und Verstorbenen, das Jenseits sozusagen, denn: „wenn die Verbindung (mit dem materiellen Leib) aufgehört hat (also im Tod), dann bleibt die immaterielle Natur allein übrig und öffnet sich ihrem Bewusstsein zu klarem Anschauen“. Ähnliches schrieb Paulus in 1.Kor.13,12: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild, dann aber von Angesicht zu Angesicht.

Es schien Kant vernünftig, daß die immaterielle Seele auch in dieser Welt mit anderen Seelen über eigene Sinne kommunizieren könne. Er meinte hierzu: „Dies wird künftig, ich weiß nicht wo und wann, noch bewiesen werden.“ Schade, daß Kant die Experimente mit geistigen Fernwirkungen noch nicht kannte (s. "Ganzfeldforschung", "Geistheiler").

Über die Besonderheit medialer Begabungen meinte Kant: „Die Ungleichartigkeit der geistigen Vorstellungen und derer, die zum leiblichen Leben des Menschen gehören darf nicht als ein so großes Hindernis angesehen werden, daß sie alle Möglichkeit aufhebe, sich bisweilen der Einflüsse von Seiten der Geisterwelt sogar in diesem Leben bewußt zu werden. Dies kann sich gleichwohl nur bei Personen ereignen, deren Organe eine ungewöhnlich hohe Reizbarkeit haben.“ Von solchen Offenbarungen berichtet diese Webseite. Den meisten Menschen hingegen, meinte Kant, „bleiben die über die fünf Sinne hinausgehenden immateriellen Sinne während des Lebens verschlossen.“ Wohl wahr.

Nun wird Kant genauer: „Ein immaterielles Wesen, das für sich selbst denken kann, ist ein Geist. Ist die Seele auch ein Geist? Kann sie vom Körper abgesondert als ein Geist fortdauern und leben?“ Im Ergebnis kommt Kant zu einer Dreiteilung: 1. rein geistige Wesen jenseits der Materie, 2. tierische Wesen, die kraft ihrer Sinne voll integriert sind in die materielle Welt, 3. Wesen, die durch die Sinne einerseits und durch Verstand und Ich-Bewusstsein andererseits an beiden Welten teil haben. Kant versetzt also Verstand und Ich-Bewusstsein in die immaterielle Seele! Das ist logisch, denn warum sollte der Körper, also das Hirn, diese Fähigkeiten entwickeln, wenn sie die Seele ohnehin schon hat? Trotzdem ist es falsch, das zeigen uns ua. die Evolution, die moderne Biologie und das Phänomen des Erwachens.

Was geschieht mit der Seele im Tod? Zitat: „Der Beweis für die Unsterblichkeit der Seele beruht darauf ... Die Seele ist der Quell des Lebens, denn Leben ist ein Vermögen, Handlungen aus dem inneren Prinzip zu determinieren. Der Körper ist Materie, und Materie ist leblos. Der Körper ist kein Grund des Lebens sondern vielmehr ein Hindernis des Lebens, das dem Prinzip des Lebens widersteht. Demnach wird weder der Anfang des Seele noch die Fortdauer derselben vom Körper herrühren.“ Das sind geistreiche Gedanken, sie widersprechen allerdings der modernen Biologie, weswegen ich die Berichte von "Nahtoderfahrungen", "Sterbenden", "Verstorbenen" usw. für überzeugender halte.

Damit sind wir bei der Frage der Präexistenz der Seele angelangt: „Wir sehen, daß das Leben der Seele schon vor dem materiellen Leben gedauert habe, und also sein Dasein von einer höheren Bestimmung abhänge. Das tierisch-materielle Leben ist zufällig, aber nicht das geistige.“ Dem entspricht auch die Sicht der Offenbarungen. Die meisten Theologen beider großen Kirchen lehnen Präexistenz und Wiedergeburt allerdings strikt ab. Dies liegt aber nur daran, daß die Bibel hierüber nichts aussagt - ein sehr schwaches Argument. Da haben die Texte dieser Webseite ein stärkeres Gewicht.

Das Verhältnis von Seele und Körper denkt sich Kant so: „Es geht hier mit einer Seele, die an den Körper angeschlossen ist, wie mit einem Menschen, der an einen Karren befestigt ist. Wenn sich der Mensch (die Seele) bewegt, so muß sich auch der Karren (der Körper) bewegen ...Wenn aber der Mensch vom Karren befreit ist, so wird er sich leichter bewegen können ... Also ist der Tod nicht die absolute Aufhebung des Lebens, sondern eine Befreiung der Hindernisse eines irdischen Lebens.“ Wiederum ein geistreiches Bild, das der persönlichen Erfahrung der Offenbarungen und der Erwachten entspricht.

Kant bringt in seiner Theorie der Unsterblichkeit der Seele noch weitere Argumente. Eines ist hochmodern: Die Veranlagung, nach Ursprung und Ziel seines Lebens und des Lebens überhaupt zu fragen, sei für dieses Leben eher nachteilig als nützlich. Da in der Natur aber nichts umsonst angelegt sei, müsse man davon ausgehen, daß der Mensch nicht nur für dieses sondern auch für ein anderes Leben geschaffen sei.

Auch Himmel und Hölle finden in Kants Theorie der Seele Platz: „Die Seele ... steht in Verbindung mit anderen Geistern. Wenn nun diese Geister wohldenkende und heilige Wesen sind, so ist sie im Himmel. Ist die Gemeinschaft der Geister aber bösartig, so ist die Seele in der Hölle.“

Solche kategorialen Unterscheidungen im Stile eines entweder-oder machen die heutigen medialen Informanten allerdings nicht mehr - bzw. nur dann, wenn sie selbst noch ganz in diesen altertümlichen Vorstellungen befangen sind

Allein eine Frage bleibt noch übrig“, meint Kant am Ende seiner Schrift: „Ob eine Seele, die sich geistig ganz in der anderen Welt sieht, in der sichtbaren Welt durch sichtbare Wirkungen erscheinen werde und könne. Dies ist nicht möglich, denn nur Materie kann sinnlich angeschaut werden, nicht aber ein Geist.“ Das ist wohl wahr, da hat Kant aber zu kurz gedacht. Da wir als Geistwesen uns mit unserem Körper verbinden können, dann sollte es doch für einen körperlosen Geis auch möglich seint, direkt auf Materie selbst oder aber über den Körper eines ausgewählten Menschen anstelle dessen Seele „sichtbare Wirkungen“ zu zeigen. Offensichtlich kannte Kant dieses Phänomen nicht in für ihn überzeugender Weise. Wir werden das bei den sogenannten Tieftrancemedien kennenlernen (s. "Offenbarungen").

Kant fragt weiter, ob nicht der Geist eines Menschen schon zu Lebzeiten seine geistigen Sinne betätigen könne, um andere Geister anzuschauen. Kant sagt dazu nur lapidar: „Ich kann nicht zugleich in dieser und auch in jener Welt sein. Sinnliche und geistige Anschauung kann nicht zugleich stattfinden.“ Das ist falsch, denn Swedenborg und andere visionäre Mystiker konnten das.

Kant hat uns eine erste vernünftig argumentierende und klar verständliche Darstellung der Fähigkeiten und Eigenschaften einer immateriellen Seele hinterlassen. Sie bezieht sich allein auf Swedenborg. Andere Phänomene erfordern deshalb Korrekturen seiner Meinungen. Kants Theorie hat mit dieser mystisch-empirischen Basis mehr wissenschaftlichen Wert als jede philosophisch fantasierende Metaphysik und jede sich nur auf die Bibel beziehende Theologie. Das mir persönlich wichtigste Fazit dieser Betrachtungen Kants ist: Wer Offenbarungen ernst nimmt und sich von ihnen führen läßt, der kann diesem Interesse auf dem Boden der rationalen, aufgeklärten und reinen Vernunft folgen. Man muß, sollte und darf nicht jedes geheimnisvolle Phänomen gleich blind anbeten, wie dies leider so häufig und in abschreckender Weise geschieht. Swedenborgs Erfahrungen sind eben – entgegen dem Titel von Kants Schrift – gerade keine Träumereien von Geistersehern, sondern ihre ernst zu nehmenden Erfahrungen.

Am Schluß seiner Schrift warnt uns Kant und meint, die Beschäftigung mit diesen Dingen habe keinen Nutzen, weil man nicht unterscheiden könne, was immaterielle Realität ist und was nur ein Hirngespinst. Das ist ein wichtiges Kriterium. Intuitive Visionen (z.B. Jacob Böhme oder Emanuel Swedenborg) halte ich immer für subjektiver als die Offenbarung eines sich als kompetent, gebildet und intelligent zeigenden Geistwesens über ein Sprechmedium wie etwa bei Johannes Greber oder Gabriele Wittek. Da wir heute eine Vielzahl solcher sprachlichen Wortoffenbarungen vorliegen haben, können wir auch vergleichen (s. "Offenbarungen"). So gibt es z.B. eine Synopse von Dr. Peter Michel, eine inhaltliche Gegenüberstellung von 11 medialen Offenbarungen. Solche Betrachtungen liefern sicher auch im Sinne Kants eine vernünftige Weiterentwicklung seines Ansatzes.

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