Materialismus





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Inhalt:
Materie
Kausalität
Reduktion und Geist
Evolution
Ethik und Sinn
Evolutionärer Humanismus
Das Weltbild der meisten Wissenschaftler ist heute entweder rein pragmatisch (ich mache meine Arbeit und glaube garnichts) oder materialistisch: Alles-was-ist funktioniert auf Basis der allgemein bekannten physikalisch-chemischen Naturgesetze, auch alles Geistige ist erklärbar durch Hormone und Neuronen im Hirn, und die Evolution des Lebens beruht auf rein zufälligen Mutationen. Wie diese Vorstellung des wissenschaftlichen Materialismus genauer aussieht, wie fragwürdig sie ist und was ihre Folgen sind, wenn man sie konsequent zuende denkt, das möchte der folgende Text deutlich machen.
Es ist sinnvoll, nach diesem Text zusätzlich die Startseite und vor allem das Kapitel Offenbarungen anzuschauen.


Der Materialismus ist so alt wie das philosophische Nachdenken überhaupt. Der moderne wissenschaftliche Materialismus heute ist keine reine Philosophie mehr, sondern er verallgemeinert wissenschaftliche Experimente.

Aus Sicht des wissenschaftliche Materialismus (kurz: WM) haben alle Ereignisse ausschließlich materielle Ursachen. Anders kann es sich der Vertreter des WM nicht vorstellen. Insofern müssen auch alle geistigen Vorgänge materielle Ursachen im Hirn haben. Geist/Bewusstsein sind demnach Funktionen des Hirns. Solch kleine Wörtchen wie „alle“ und „ausschließlich“ sind jedoch nicht empirisch beweisbar. Zudem gibt es eine Vielzahl geistiger Phänomene, die diese Verallgemeinerung in Frage stellen (siehe "Ganzfeldforschung" und "Offenbarungen"), die Evolutionstheorie birgt noch viele offene Fragen, und die Quantenphysik entwickelt seit Bohr und Heisenberg im Rahmen der Quantenmetaphysik ganz andere und hoch interessante Vorstellungen über das Wesen von Bewusstsein und Mutation als der wissenschaftliche Materialismus (s. Startseite "Quantenphysik"). Die obige Verallgemeinerung auf alle und ausschließlich muß man also glauben, und insofern ist trotz seiner offensichtlichen Rationalität der wissenschaftliche Materialismus eine Glaubensrichtung, eine Metaphysik, und keine reine Wissenschaft mehr. Dass diese Welt-Anschauung heute von fast allen rational und wissenschaftlich Denkenden, sogar von Theologen wie Karl Barth, Rudolf Bultmann oder Drewermann, geteilt wird, ändert nichts daran, dass sie eine Metaphysik ist, die man glauben kann oder auch nicht.

Es folgen nun jeweils in Kästchen genauere Beschreibungen materialistischer Vorstellungen und danach eine kurze Kritik.

Materie
Margenau schreibt in "Open Vistas" (1983, S. 47): "Sein heißt Masse sein". Nach dieser an der Alltagserfahrung orientierten Vorstellung besteht Materie aus Teilchen und von manchen Teilchen ausgehenden elektrischen, magnetischen und gravitativen Feldern. Diese Vorstellung existierte bereits bei den alten Griechen in vielerlei Varianten, und sie hat sich erhalten über Newton bis hin zum Atommodell von Niels Bohr von 1910, in dem die Elektronen um den Kern als Kügelchen auf definierten Bahnen kreisen. Viele haben es so in der Schule gelernt, und es ist auch heute noch bei den meisten Gebildeten die gängige Vorstellung. Sie ist auch die tragende Vorstellung in den meisten Anwendungen der Mechanik, der Thermodynamik, der Chemie, der Medizin und der gesamten Technik. Das Kügelchenmodell hat sich im Alltag und in der Makrophysik bestens bewährt.
Dass die mit der Grundlagenforschung verbundene Quantenphysik, die Mikrophysik, eine andere Vorstellung von Materie hat, ist Vielen durchaus bewusst. Es herrscht jedoch die Meinung, dass die quantischen Zufälligkeiten im makroskopischen Bereich keine Rolle spielen, da sie sich statistisch ausmitteln.

Kritik
Diese Meinung ist zwar weitgehend richtig, aber sie gilt nicht überall. So beruhen die charakteristischen Strukturen von Molekülen und das Periodensystem der Elemente gerade auf den quantischen Zufälligkeiten von Elektronen und Atomen, ebenso die Synthese von DNS-Duplikaten und Eiweißmolekülen in den Zellen sowie die Schaltungen in den Pyramidenzellen der Hirnrinde. Der Quantenphysiker Lothar Schäfer beschreibt diese Anomalitäten der Mikrophysik sehr genau (s. "Quantenphysik"). Dabei wird deutlich, welche zentrale Bedeutung die nur scheinbar so unbedeutenden quantischen Zufälligkeiten bei diesen Prozessen haben. Gerade die experimentell nachweisbare Tatsache, dass sie sich nicht ausmitteln, dass z.B. das Doppelspaltexperiment bereits mit Fullerenen durchgeführt wurde (Riesenmoleküle mit 60 C-Atomen) führt zu überraschenden und weitreichenden Folgen für unsere Vorstellungen über Evolution und Bewusstsein (s. "Quantenphysik").

Kausalität und Zufall (aus materialistischer Sicht)
Jedes Phänomen hat eine Ursache (causa), und Ursachen (Kausalitäten) sind immer mit berührender Kraft verbunden: Kraft=Masse x Beschleunigung, das Induktionsgesetz, der Impulserhaltungssatz usw. Berührungskraft durch Massen oder durch Feldkräfte ist die einzige Wirkursache, und sie wirkt nicht zielorientiert, sondern so blind und gesetzmäßig wie beim Zusammenstoß zweier Billiardkugeln oder zweier Magneten. Materielle Prozesse haben kein Ziel, sie haben nur ein vorläufiges Ende in einem begrenzten kraftfreien Gleichgewichtszustand. Kein materieller Prozess läuft zielorientiert ab. Ziele haben mit Sinn zu tun, es sind menschliche, geistige Vorstellungen, mit denen wir ein Geschehen beurteilen. Sie sind keine Eigenschaft der materiellen Teilchen.
Zufällige Erscheinungen sind auch kausal, aber unvorhersehbar deshalb, weil unser Wissen nicht ausreicht, die Ursachen genau nachzuvollziehen. Wirkursachen existieren, aber wir kennen sie nicht immer, oder sie sind in einer Vielzahl mikroskopischer Vorgänge verborgen.

Kritik
Die Aussendung eines Photons, ein Quantensprung, ist ein materielles Ereignis ohne berührende Kraft als Wirkursache. Es gibt somit echte Zufälle. Quantische Zufälligkeiten sind immer innerhalb einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit echte Zufälle. Hingegen sind die vorgegebenen Wahrscheinlichkeiten nicht zufällig, sondern abhängig von der Situation, in der diese zufälligen Ereignisse stattfinden. Das kann soweit gehen, dass eine kleine Änderung einer Situation (eines Experiments) dazu führt, dass bestimmte Wahrscheinlichkeiten zu null zusammenbrechen und anderes dafür mit Sicherheit geschieht. Die quantische Wahrscheinlichkeit ist also abhängig vom aktuellen Umfeld. Insofern ist eine einzelnes quantisches Ereignis nicht blind oder chaotisch, sondern von der Aktualität begünstigt. Quantenzufälle selbst mögen Ursachen haben, aber diese sind der messenden, empirischen Wissenschaft grundätzlich verborgen, sie sind für uns akausal. Arthur S. Eddington meint hierzu: "Ohne Kausalität jedoch gibt es keine klare Unterscheidung mehr zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen." Und L. Schäfer stellt fest: "Quanten und ein bewußter Geist sind das Einzige, das wir kennen, das sich spontan verhalten kann." [s. "Quantenphysik"]

Auch die Philosophie hat Bedenken und sagt: "Kausalität kann nicht objektiv dadurch bewiesen werden, dass man zeitlich zusammenfallende Ereignisse beobachtet" (David Hume). Kausalität wird nur subjektiv erfahrbar in dem Moment, in dem ich mir selbst die Finger verbrenne. Erst durch eine subjektive Erfahrung schließe ich auf ein äußeres Prinzip, dass es auch objektiv so sein müsste. Subjektive Erfahrungen gelten jedoch nicht als wissenschaftlich. Rein pragmatisch kann man natürlich davon ausgehen, dass bestimmte Wirkungen mit großer Sicherheit sich immer wiederholen. Aber die Gewissheit einer Gesetzmäßigkeit bringt erst die subjektive Erfahrung, also der seiner selbst bewusste Geist, der seine Erfahrung dann in Experimente hineinprojiziert. Die Vorstellung, dass Kausalität durch die bekannten Berührungskräfte immer und überall wirkt, diese zutiefst materialistische Vorstellung beruht auf subjektiver Erfahrung. Und sie ist spekulativ bezüglich Bewusstseinsphänomenen und falsch bei Quantensprüngen.

Ebenso ist es mit den Gewissheiten einer objektiven Realität aller Dinge, der allgemeinen Gültigkeit der Naturgesetze und meiner eigenen Identität. Auch diese Gewissheiten sind nicht empirisch aus der Natur ableitbar. Sie sind Produkte des Geistes aus subjektiven Erfahrungen, nicht objektiv definierbar und damit auch nicht reduzierbar. Es ist die Erfahrung der Wechselwirkung der Materie mit dem Geist, die keinen Zweifel an den Prinzipien und Gesetzen der äußeren Wirklichkeit lässt. So ist die Materie, mit der der Materialismus den Geist erklären möchte, immer durchtränkt mit subjektiven, geistigen Vorstellungen.

Reduktion und Geist
Ein Phänomen zu verstehen und zu erklären heißt, es zu zerteilen und auf seine Kausalitäten, seine materiellen Einzelprozesse, zurückzuführen. Ganzheit ist die Summe der wechselwirkenden Teile, und diese Teile sind materielle Strukturen oder Prozesse. Hat man die verstanden, dann versteht man – zumindest grundsätzlich – auch ihre Summe, das Ganze. Diese Methode der Reduktion und der folgenden Synthese hat der Wissenschaft in allen Sparten zu ihrem Siegeszug verholfen. Dies verleiht der Hirnforschung die Gewissheit, dass auch Geist, Bewusstsein und alle bislang unverständlichen parapsychologischen Grenzerfahrungen grundsätzlich reduzierbar auf physikalisch-chemische Prozesse seien. Denn Geist, dieses merkwürdige menschliche Phänomen, wird ausschließlich im Hirn produziert. Auch das Hirn ist Teil der materiellen Welt und durch die Evolution entstanden. Also hat auch jedes geistige Ereignis eine materielle Wirkursache im Hirn. Durch Reizungen im Hirn kann man heute einige Geistesfunktionen stimulieren und somit experimentell nachprüfen. Geistige Phänomene fallen also nicht aus dem Rahmen aller anderen Naturphänomene. Ihre Erklärung ist die große Aufgabe und Herausforderung der kommenden Jahre, und einige vielversprechende Experimente wurden bereits gemacht.

Kritik
Diese "vielversprechenden Experimente" untersucht das Kapitel "Hirnforschung" genauer. Die Ergebnisse sind allerdings ernüchternd. Siehe Startseite-"Hirnforschung". Hier nur einige Bemerkungen zu diesen Untersuchungen:

Experimente: Unter Verzicht auf eine Definition geistiger Funktionen im Sinne der Tabelle in "Offenbarungen" meint die Hirnforschung, sie hätte dadurch, dass bei bestimmten geistigen Aktivitäten, z.B. während tiefer Meditation buddhistischer Mönche, bestimmte Hirnregionen auf eine bestimmte Weise aktiv werden, bereits das Wesen dieser geistigen Prozesse getroffen und erfolgreich auf physikalisch-chemische Prozesse reduziert. Dabei weiß niemand, was in diesen Regionen geschieht, welche Bedeutung es hat und ob es nicht nur ein Nebenprodukt, ein notwendiges neuronales Korrelat ist. Sämtliche Experimente zu Mystik und Neurotheologie erscheinen im Hinblick auf die Tabelle in "Offenbarungen" reichlich naiv [s. "Hirnforschung"].

Halluzinationen: Wikipedia definiert Halluzinationen als „Wahrnehmung ohne (sinnliche) Reizgrundlage“. Hier wird ein möglicher Anlaß für Halluzinationen mit ihrer Definition verwechselt. Demnach sind sämtliche Grenzerfahrungen der Tabelle in "Offenbarungen" Halluzinationen. Da braucht man dann natürlich nicht mehr weiter über meta-physikalisch/übersinnliche Anlässe oder Kausalitäten nachzudenken. Dagegen sagt der Halluzinationsforscher Prof. Erich Kasten, dass “Halluzinationen in erster Linie einen ungeordneten Abruf von im Gedächtnis gespeicherten Informationen darstellen“. Halluzinationen erklären somit keinesfalls die in dieser Webseite beschriebenen Grenzerfahrungen, und deshalb sind diese Erfahrungen nach Kastens Definition keine Halluzinationen, sondern etwas wesentlich anderes, das es zu erforschen gilt.

NTE: Der Hirnforscher Gerhard Roth hatte selbst ein Nahtoderlebnis nach einem schweren Unfall. Er führt sein Tunnelerlebnis und das anschließende Glücksgefühl auf bekannte Photopsien und erhöhte Dopamin- und Serotoninproduktion zurück. Das ist interessant und sicher richtig. Es scheint kaum eine Grenzerfahrung zu geben, die ohne aktive Beteiligung des Hirns abläuft. Roth hatte jedoch keine außerkörperliche Erfahrung und auch nicht die für Nahtoderlebnisse bedeutsamen klaren szenischen Abläufe mit Begegnungen und Kommunikation mit Verstorbenen. Er würde sie wahrscheinlich als Halluzination deuten, obwohl sie nach Kastens obiger Definition keine sein können [s. "Nahtoderfahrung"].

Darwin: Das Grundproblem der Evolutionstheorie, die Blindheit und reine Zufälligkeit der Mutationen, wird kaum noch in Frage gestellt, weil man die Frage selbst bereits absurd findet. Andererseits entstanden in jahrelangen Experimenten mit zigtausenden Generationen von Drosophila-Fliegen unter Bestrahlung unzählige letale, also nicht überlebensfähige Mutanten, aber nicht eine einzige neue Art. In der freien Natur dagegen entstehen neue Arten sehr schnell, in isolierten Populationen oft über's Jahr, und letale Mutanten sind erstaunlich selten. Zu dieser Frage bietet die Quantenphysik interessante und weiterführende Vorstellungen, die bislang in dieser sehr ideologisch gefärbten Diskussion leider kaum eine Rolle spielen.

Evolution
Neue Arten entstehen durch Mutation, d.h. durch zufällige Abweichungen bei Kopierprozessen während bestimmter Zellteilungen. Wirkursachen können sein Strahlungen, Chemikalien oder reine Zufälligkeiten. Mutationen geschehen immer blind, ohne Richtung und ohne Rücksicht auf den das Gen umgebenden Organismus. Teleonomie, zielgerichtete Entwicklung, gibt es nicht, denn Ziele, Zwecke, Richtungen, Fortschritte, Entwicklung usw. sind alles geistige Bewertungen, die aus den materiellen Prozessen nicht empirisch zu entnehmen sind, sie sind metaphysisch.

Kritik
Trotzdem erscheint es uns ganz offensichtlich so, dass die Gene die Erhaltung ihrer selbst, also der Art und des Individuums, "anstreben", dass das "Überleben wollen" das Prinzip des Lebens schlechthin ist, dass das Auge "die Materialisierung eines Zweckes ist" (so der Materialist Monod), dass auch Tiere zielgerichtet suchen, dass wir Menschen Absichten, Wünsche und einen freien Willen empfinden und ihn aus Sicht der Anderen auch haben, und dass wir nach ethischen Werten als nach etwas Objektivem streben. Der materialistische Evolutionsbiologe Richard Dawkins spricht von 'Geist' und 'Sinn' der Evolution, von 'egoistischen' Genen, vom 'Überleben wollen', also von geistigen Prinzipien, denen die Gene und alles Lebendige unterworfen ist, und ohne die wir Verhalten nicht vernünftig beschreiben können. Jacques Monod, einer der großen Vertreter des konsequenten Materialismus in den 70er Jahren, formulierte in ausführlichen Betrachtungen das nach ihm benannte Monod'sche Paradoxon: "Die Prozesse der Biochemie sind Manifestationen objektiver Gesetze, doch die Lebewesen, die durch diese Gesetze entstehen, sind Manifestationen von Zwecken." Der Quantenphysiker Lothar Schäfer schreibt dazu: "Wenn Teile der Gesamtwirklichkeit Materialisierungen von Zwecken sind, dann darf man sich wohl fragen, ob nicht auch das Universum diese Eigenschaft teilt." [s. "Quantenphysik"]

Zur Unterstützung dieses Gedankens zeigt die Quantenphysik mit mathematischer und experimenteller Präzision, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Mutation zufällig auftritt, vom Umfeld, genauer: von der sich im Moment replizierenden DNS, abhängt. D.h.: Rein zufällige Mutationen sind nicht chaotisch, sondern sie sind Schritte einer fortlaufenden Entwicklung, sie orientieren sich in ihrer Wahrscheinlichkeit immer an der aktuellen Situation. Da nun durch diese Art der Wahrscheinlichkeitsorientierung der Mensch und sein Geist entstanden ist, müssen wir folgerichtig annehmen, dass diese Entwicklung zum Prinzip der Wahrscheinlichkeitsorientierung gehört. Es ist also logisch anzunehmen, dass diese Entwicklung von vornherein in der grundsätzlichen Logik des quantenphysikalischen kosmischen Geschehens enthalten ist. Demnach sind wir nicht "das Ergebniss fortgesetzter Irrtümer von DNS-Replikationen", wie dies die materialistischen Evolutionsbiologen sehen, sondern das wahrscheinlichste und dadurch begünstigte Resultat seit dem Beginn der biologischen Replikationsprozesse. Hierüber mehr in "Quantenphysik".

Ethik und Sinn
Welche ethischen Prinzipien können aus dem WM abgeleitet werden? Sokrates meinte, in Harmonie mit dem Wesen der Dinge zu leben, sei die Voraussetzung für ein tugendhaftes Leben. In diesem Sinne dürften vor dem Hintergrund eines als blind und ziellos gedachten Lebens die ethischen Prinzipien in Richtung Hedonismus und Egoismus tendieren (Schmidt-Salomon: "Sinn erwächst aus Sinnlichkeit"). Die Korruption menschlicher Werte in Politik und Wirtschaft, die Verherrlichung von Gewalt und Verkommenheit in den Massenmedien, Drogen und Alkoholismus uvam. zeigen das Perversionspotential dieser Welt-Anschauung. Die Vertreter des "Evolutionären Humanismus" [s. unten] versuchen, mit der Würde eines von Vernunft und Einsicht geprägten Lebens dagegen zu halten. Wer das Wesen des wissenschaftlichen Materialismus erkannt hat, hat nur die Wahl zwischen dem Ideal des Humanismus oder einem leeren Abgrund. Es mag überraschen, dass ausgerechnet die Quantenphysik [s. dort] eine überzeugend gute Begründung des humanistischen Idealismus geben kann.

Kritik
Das größte Problem des Materialismus liegt in der Diskrepanz eines als sinnlos und blind gedachten materiellen Geschehens und der so sichtbaren und empfundenen Sinnhaftigkeit und Zielorientiertheit biologischer und geistiger Vorgänge. Auf Dauer fühlen wir uns nur wohl in einem geistig sinnvoll geprägten Leben. Ein aufs Materielle oder auch nur Biologische reduziertes, geistloses Leben macht uns auf Dauer krank und wirkt zerstörend. Deshalb zieht kaum einer der Vertreter des wissenschaftlichen Materialismus die Konsequenz, dass auch die eigenen Aussagen nur an sich wertlose biologische Hirnprozesse sind und das eigene Leben nur ein unbedeutender chemisch-physikalischer Prozess, dass er selbst garnicht existiert sondern nur ein Sprachrohr seiner Gene, eine Halluzination des eigenen Hirns und eine plappernde Biomasse ist. Der Materialist Dawkins stellt sich diesem Gedanken und meint, unser Streben nach Sinn hätte sich nur wegen des existenziell notwendigen Wohlgefühls entwickelt. Offensichtlich kennt er die Vorstellungen der Quantenphysik über Ethik und Sinn [s. dort] nicht.

Ein weiterer tragikomischer Aspekt des wissenschaftlichen Materialismus ist, dass sein ganzer Stolz, nämlich Logik, Schönheit, Klarheit und Vernünftigkeit der Wissenschaft, dass dies alles geistige Elemente sind, nicht empirisch ermittelbar, nicht auf Hormone reduzierbar, sondern von unserem Geist in die Naturprozesse hinein projiziert und gestaltet. Wenn wir behaupten (denn dafür gibt es keine Experimente, nur den Glauben an die scheinbare Wahrheit des Materialismus), die Autorität des Geistigen basiere auf Dopamin und Serotonin, dann zerstören wir alles Schöne, Sinnhafte und Bedeutsame, also alles das, von dem Dawkins behauptet, wir hätten es nur deshalb entwickelt, weil uns die Banalität und Kälte des Materiellen dazu trieb. Auch wenn das so wäre, wäre es umso wichtiger, diese Fähigkeit nicht durch Reduktionismus klein zu reden. Was würde denn bleiben? Credo in Materialismus quia absurdum? Oder Schlucken von Psychopharmaka?

Es gibt bei vielen Menschen ein tiefes und sicheres (geistiges!) Gefühl, oft verbunden mit entsprechenden Erfahrungen, dass der Materialismus nur die halbe Welt, das halbe Leben erklären kann, das Materielle zwar, aber weder Schöpfung noch Leben oder gar Geist. Im Gegenteil: Wie wir gesehen haben, gibt erst der Geist der Materie ihre Schönheit und ihre Großartigkeit. „Die Erfahrung“, schrieb Friedrich Schiller bereits vor gut 200 Jahren, „beweist die Freiheit. Wie kann die Theorie sie verwerfen?“ Es war und ist immer der Geist, der die Materie erklärt. Die Umkehrung erscheint absurd: dass der Geist sich nun selbst erkläre durch die Gesetze und Prinzipien, die er in die Materie projiziert. Geist/Bewusstsein auf blindes materielles Wirken zurückführen zu wollen erscheint in seiner Konsequenz als die Vergewaltigung einer als sinnhaft und lebendig erlebten, empfundenen und erhofften dual-ganzheitlichen Realität durch tote Materie und rein theoretische Gedanken. Dass der wissenschaftliche Materialismus mit vielen geistigen Phänomenen unvereinbar ist zeigen die Kapitel "Ganzfeldforschung" und "Offenbarungen", und dass er sogar nicht einmal dem Stand der Wissenschaft selbst entspricht zeigt das Kapitel "Quantenphysik".

Evolutionärer Humanismus
Abgeschreckt von der Kälte des eogistischen Materialismus gibt es auch Vertreter eines gemäßigten Materialismus, die humanistische Ideale vertreten. Am wichtigsten ist zur Zeit der "Evolutionäre Humanismus" und seine Vertreter wie Richard Dawkins, die Skeptiker der GWUP, Michael Schmidt-Salomon (kurz: S-S) und die Gemeinschaft der „Brights“, die das Licht der wissenschaftlichen Vernunft über das Dunkel von Unwissen und transzendentem Aberglauben leuchten lassen wollen. Nach S-S sind wir ein "Naturwesen, ein zufälliges Produkt der Evolution", unser wichtigstes Gesetz ist "Überleben wollen", und "unser bewusstes Ich wird erzeugt und gesteuert von neuronalen Prozessen, die selbst unmittelbar nicht erfahrbar sind." Die These von S-S ist nun, dass wir 1. diese Vorstellung absolut verinnerlichen sollen (denn es ist die Wahrheit über Welt, Leben und Ich), 2. alle alten Mythen abstreifen sollen, und dass wir uns 3. überlegen müssen, wie wir uns selbst das Leben so angenehm wie möglich machen mit Hilfe des Selektionsvorteils kooperativen Verhaltens. Aus diesem Selektionsvorteil ergeben sich die bekannten humanistischen Imperative: "Verhalte dich so, dass ... ", "Füge Tieren nur so viel Leid zu, wie ... ". Hinsichtlich Punkt zwei und drei ist das "Manifest des Evolutionären Humanismus" [Lit. 38] ein wichtiges Buch.

Problematisch ist allein die erste Forderung, denn sie ist 1. falsch aus Sicht der Quantenphysik (s. dort), 2. selbst ohne tragfähige Beweise (s. "Hirnforschung"), 3. unhaltbar hinsichtlich parapsychologischer Phänomene (s. "Ganzfeldforschung" und "Offenbarungen"), und damit 4. selbst eine neue Art gläubiger Welt-Anschauung, ein neuer Mythos. Ist es nicht merkwürdig, dass S-S, Dawkins und die Brights nicht erkennen, dass das schon in den Genen erkennbare Lebensprinzip nicht aufs Materielle reduziert werden kann, dass also Überleben wollen ein rein geistiges Prinzip ist? Chemie und Physik kennen dieses Prinzip nicht, und wollte man zu seiner Begründung den Energieerhaltungssatz anführen, dann wäre nichts gewonnen, denn auch der ist ein rein geistiges Prinzip (s. "Quantenphysik"). Trotzdem bewundert S-S über viele Seiten die Wirksamkeit dieses Prinzips! S-S möchte zeigen, dass Körper und Geist von den Genen gesteuert werden, und er erkennt nicht, das "Geist" bereits die Gene steuert. Übrigens ist das Prinzip der Gene allenfalls die Replikation, d.h. Zellteilung und Sexualität, also die Erzeugung von Nachwuchs. Das individuelle Überlebenwollen ist ein komplexes Motiv höher entwickelter Tiere und Menschen, ein Stabilitätsprinzip selbstregulativer Systeme, es dürfte mit den Genen nicht viel zu tun haben.

Somit hängen die Imperative auf Grund der inneren Widersprüche des Materialismus gewissermaßen in der Luft und bedürfen mühsamer Überzeugungsarbeit. S-S braucht ein ganzes Buch dafür. Die humanistischen Imperative bleiben aber die selben, wenn man sie auf die Erkenntnisse der Quantenmetaphysik, auf Jesus oder einfach nur auf den gesunden Menschenverstand gründet. Sie erhalten dadurch eine insgesamt überzeugendere ganzheitliche Basis, die den Empfindungen der für solche Ideale empfänglichen Menschen wesentlich besser entsprechen dürfte als die zitierten materialistischen Behauptungen und neuen Materie-Mythen.

Im übrigen könnte man ja auch einmal von Liebe sprechen, von der uns Menschen möglichen Liebe zu allem und jedem, von der universellen Liebe. Diese Liebe ist mehr als ein intellektueller "Selektionsvorteil kooperativen Verhaltens" und zugleich wirkungsvoller, denn Liebe braucht keine moralischen Imperative. Diese universelle Liebe kennen die nach meiner Erfahrung arroganten Skeptiker und hochmütig-besserwisserischen Materialisten und Monisten nicht. Der Grund dafür mag sein, dass sie eher in unserer Seele denn in biologischen Mechanismen angesiedelt ist.

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