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Inhalt, Leseprobe



Inhalt:
Sex,Selbstliebe,Erfolg
Die 10 Gebote
Hitler und Holocaust


An jede Offenbarung habe ich zwei Fragen:
- ist die Offenbarung echt, keine Fantasie?
- ist die Offenbarung glaubwürdig und wortgetreu dokumentiert?

Nach diesen Kriterien habe ich mit Walschs Texten Schwierigkeiten: Walsch verdient mit Büchern und Vorträgen Geld, und es gibt keine Zeugen. Trotzdem sind sie für mein Empfinden echt und glaubwürdig: Die Formulierungen der göttlichen Stimme sind durchweg so originell, geistreich, über alle Texte hinweg in sich stimmig und immer auf den Punkt formuliert, dass ich diese Leistung - ohne erkennbare Vorarbeiten Walschs, also quasi aus dem Nichts heraus und noch dazu im Namen Gottes! - dem bei Wikipedia beschriebenen Walsch nicht zutrauen kann. Da ist der inhaltliche Vergleich mit anderen, ähnlichen Medien und Offenbarungen überzeugender. Bei Walsch wird Gleiches gesagt, jedoch in eigenen Begriffen, glasklaren Formulierungen und konsequent durchgeformten Bildern.

Mich faszinieren vor allem Band I der "Gespräche mit Gott" und "Zuhause in Gott". Die Gedanken dieser Texte stimmen mit den anderen mir bekannten Offenbarungen Gottes und Christi (s. hier) absolut überein und ihre oft überwältigende Prägnanz zeugt von einem tiefen Verständnis der komplizierten Zusammenhänge - was man von Gott erwarten kann, nicht jedoch von einem verarmten Journalisten, dessen einfache und direkte Fragen ein sympathisches Alltagsdenken widerspiegeln.

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen.
Seltsamerweise fehlt völlig die Bedeutung Christi als Erlöser. Sie wird aber auch nicht geleugnet oder klein geredet. Sie ist, da Walsch nicht ausdrücklich danach fragt, in diesen Offenbarungen einfach kein Thema. Dies mag der Grund sein.
Wichtiger jedoch sind andere Kritiken:

Zu Sex, Selbstliebe und Erfolg

Fragen um Sex, Geld oder Erfolgsstreben sind bei religiösen Menschen heikle Themen. Von Jesus hören wir, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr kommt denn ein Reicher in den Himmel. Priester und Mönche leben im Zölibat. Askese, Enthaltsamkeit und Bescheidenheit gelten in religiösen und esoterischen Kreisen weltweit als gottgefällige Tugenden. Und jetzt provoziert uns Gott mit diesen Gedanken (Walsch Band 2, S. 123):
"Übe dich darin, dir zehnmal am Tage zu sagen: ICH LIEBE SEX. Übe dich darin, dies zehnmal zu sagen: ICH LIEBE GELD. Versuch, dies zehnmal zu sagen: ICH LIEBE MICH. Übe dich darin, diese Dinge zu lieben: MACHT, GLANZ, RUHM, ERFOLG, GEWINNEN." ... uam. (die Großbuchstaben wurden Walsch diktiert). Auf die Frage, ob jede Art von Sex okay ist, antwortet Gott mit einem klaren JA, und dass es überhaupt nichts Böses oder Schlechtes gebe, also auch keinen schlechten Sex.

Das stößt auf heftige Kritik: "Walsch ist besessen von einem bösen Geist hohen Ranges oder von Satana selbst", sagt ein Kritiker, und "Weg mit Walsch, dessen giftiges Werk gehört verboten in jeder Hinsicht!"
Diese Kritik jedoch vergisst Gottes Kommentare auf der folgenden Seite 124:
"Wähle nicht Sex statt Liebe, sondern wähle ihn als ein Feiern der Liebe. Und wähle nicht Macht über, sondern Macht für. Und wähle Erfolg als Instrument, um anderen helfen zu können." usw.
Gottes einfache Regel lautet: Gut ist das, was du in Liebe tust: in Liebe zu dir selbst und zu deinem Nächsten und zu Gott (das und ist wichtig).
Noch kürzer und klarer sagt Gott: "Ich bin die Liebe. Punkt". Dies ist das Hauptthema in allen mir bekannten heutigen Offenbarungen Gottes und Christi (s. hier).
Auch Jesus gibt viele Beispiele dafür, dass Liebe das Höchste ist: Ährenraufen am Sabbat, die Ehebrecherin, das Gleichnis vom Verlorenen Sohn, oder das höchste Gebot: den Nächsten zu lieben 'wie dich selbst'!
Im Band 1, S. 157ff und an vielen anderen Stellen behandelt Gott weitere Fragen um Liebe und Entsagung ausführlich. Die Liebe, die bedingungslose und unpersönliche Liebe, steht höher als Moral und Ethik. Wer sich moralisch empört, hat diese wesentliche Botschaft heutiger Offenbarungen nicht verstanden.

Die 10 Gebote

Gebote lehnt Gott rundweg ab. Gott sagt kategorisch: "So etwas wie die 10 Gebote gibt es nicht." (Walsch Band 1 Seite 150-154.) Für manche Leser ist das unfassbar. So kann nur Satan sprechen, denn es widerspricht vielen, allen, religiösen Traditionen. Nach Gott aber hindern uns Gebote daran, aus eigener Verantwortung den Liebegeist Gottes zu erfühlen und das Lieben in jeder Form und bei jeder Gelegenheit selbständig zu lernen. Andererseits braucht natürlich jede menschliche Gesellschaft und insbesondere Kinder Gebote und Gesetze. Das jedoch sind menschliche Gebote und Gesetze, nicht göttliche.

Vor Gott zählt nur die Liebe. So gibt Gott auf S. 150-154 eine in meinen Augen grandiose Neuinterpretation der 10 Gebote.

Mose bat damals am Berg Sinai um ein Zeichen, dass er und sein Volk mit Gott im Bunde stehe. Dazu sagt Gott heute (S. 151): "Ich will dir (Moses) ein Zeichen geben für meinen göttlichen Bund mit deinem Volk: Ihr werdet wissen, dass ihr den Weg zu Gott genommen habt, und ihr werdet wissen, dass ihr Gott gefunden habt, wenn es diese Zeichen, diese Veränderungen in euch gibt:
1. Ihr werdet Gott lieben ..., 2. Ihr werdet den Namen Gottes nicht missbrauchen ... 3. Ihr werdet nicht nur einen Sabbat heiligen ... sondern bald jeden Tag und jeden Augenblick heilig nennen(!)" usw.
Am Ende betont Gott noch einmal: "Ihr werdet wissen, wenn ihr diese Zeichen an euch seht, dass ihr den Weg zu Gott gefunden habt. Denn ich verspreche euch, dass keiner, der wahrhaft Gott sucht, noch länger diese Dinge tun wird. Das sind eure Freiheiten und meine Verpflichtungen, nicht meine Gebote."
Also nicht: Erst die 10 Gebote halten um später in den Himmel zu kommen,
sondern: Erst den Weg zu Gott finden und dann erkennen und wissen, dass man 'im Himmel' ist, weil man die 10 Zeichen im eigenen Sein und Tun erkennt.

Die Vorstellung, man komme in den Himmel, wenn man gewisse Gebote befolge (die 10 Gebote, Askese, Enthaltsamkeit usw.), diese Forderung aller Religionen ist offenbar falsch und naiv. Das war übrigends auch eine der wichtigsten Erkenntnisse Martin Luthers, weshalb er das Kloster verließ. Wie aber kommt man, wie komme ich dann in den Himmel? "Allein durch Gnade", wie Luther meinte?

Ist Hitler im Himmel?

Daran, dass "Hitler im Himmel" sei, nehmen sicher alle Leser Walschs Anstoß.
Jedoch sagt Gott auch (Band 1, S. 155): "So etwas wie 'in den Himmel kommen' gibt es nicht. Du kannst nicht dorthin gehen, wo du schon bist. Es gibt nur ein Wissen, dass du bereits dort und immer dort gewesen bist, ein Akzeptieren und Verstehen. Erleuchtung ist dieses Verstehen, dass ihr nirgendwohin gehen müsst, nichts tun müsst und niemand sein müsst, außer genau der Mensch, der ihr zur Zeit seid. Der Himmel ist jetzt, und er ist hier." Auf den Seiten 156ff wird dieses bekannte und wichtige esoterische Thema ausführlich besprochen.

In Band 2 S. 86-95ff bestätigt Gott, dass Hitler "in den Himmel eingegangen ist" - weil er ja, wie jede andere Seele auch, schon immer im Himmel und nie außerhalb war. Die einzige sinnvolle Frage ist also, ob Hitlers Seele (nicht sein menschliches Ego!) dies selbst weiß, d.h. ob seine Seele sich der 10 Zeichen bewusst ist, ob sie jetzt erleuchtet ist. Das allerdings wage ich zu bezweifeln. Erleuchtet ist sie sicher nicht, ein erleuchteter Diktator dieses Kalibers wäre ein absolutes Novum. So wird Hitlers Seele im Jenseits sicherlich heftig und schmerzlich über ihr vormaliges menschliches Ego-Leben nachdenken (Beispiel siehe hier) und sicher noch weitere Inkarnationen auf sich nehmen. Denn betont liebevoll kann man Hitlers Lebensstil wirklich nicht nennen, und darauf kommt es schließlich an. Er war aber auch kein egomanischer Bösewicht, denn ohne die Zustimmung von Millionen Menschen (der Antisemitismus ist uralt und weit verbreitet!) hätte er niemals die Judenvernichtung (von deren Sinn und Zweck zum Wohl des deutschen Volkes er überzeugt war!) durchführen können. Das beschreibt Gott zu Hitlers Entschuldigung ausführlich auf den Seiten 86-95ff.

Noch schwieriger ist S.96, dort sagt Gott: "Hitler hat niemandem geschadet." Das nun ist wirklich harter Tobak, es klingt wie schlimmster Zynismus. Aber eben nur aus unserer biologisch-menschlichen Sicht. Die heutigen Offenbarungen (s. das Buch) machen jedem ernsthaften Leser klar: Nicht der biologische Mensch mit seinem biologischen Hirn-Ego ist Gottes Ebenbild, sondern nur unsere Seelen! Nur unsere Seelen sind Gottes Ebenbilder! Diese andere Sicht ist das Hauptthema aller heutigen Offenbarungen Gottes und Christi (s. hier). Und für jede Seele ist der Tod, das Ende der Inkarnation, eine Erlösung! Das hat sogar Kant in seinem berühmten Aufsatz klar erkannt: „Es geht hier mit einer Seele, die an den Körper angeschlossen ist, wie mit einem Menschen, der an einen Karren befestigt ist. Wenn sich der Mensch (die Seele) bewegt, so muß sich auch der Karren (der Körper) bewegen ...Wenn aber der Mensch vom Karren befreit ist, so wird er sich leichter bewegen können ... Also ist der Tod nicht die absolute Aufhebung des Lebens, sondern eine Befreiung der Hindernisse eines irdischen Lebens.“

Entsprechend sagt auch Gott in Walsch Bd. I S.96: "Erstens musst du begreifen, dass der Tod kein Ende ist sondern Freude. Er wird der glücklichste Moment deines Lebens sein. Buddha hat gesagt: "das Leben ist Leiden". Buddha hatte recht." Mit "niemandem geschadet" meint also Gott: keiner Seele geschadet! Denn nur die Seele zählt vor Gott. Dass Hitler, andererseits, Millionen Menschen und ihren Angehörigen aus deren menschlicher Sicht erheblich geschadet hat, und dass wir Menschen das aus unserer Sicht überhaupt nicht gut finden, das ist niemals Gottes Problem. Es ist schwer, das zu verstehen, solange man noch nicht erleuchtet ist.

Hier die ersten 30 Seiten von Bd. I "Gespräche mit Gott".
Wikipedia-Artikel: hier.

Mehr dazu im Buch Über Seele und Gott, Hinweise oder Kritik bitte hier.