Das Exozytose-Modell von J. Eccles


Das von dem Hirnforscher John Eccles (Nobelpreisträger) und dem Quantenphysiker Friedrich Beck 1992 gemeinsam erstellte Modell für quantische Synapsenschaltungen sieht kurz skizziert so aus: Der für die bewusste Wahrnehmung wichtigste Teil des Hirns ist die Hirnrinde mit ihren rund 250000 neokortikalen Säulen mit je rund 70000 Neuronen und mit Milliarden von Synapsen, d.h. Schaltstellen. Eine Synapse besteht aus einem verdickten Ende, dem sog. Bouton (Knopf), einem Gegenstück und einem Spalt als Sperre dazwischen. Diese Sperre kann kurzzeitig aufgehoben werden dadurch, dass sich kleinste Teilchen (die synaptischen Vesikel) aus dem Bouton in den Spalt schieben. Dieser impulsleitende Vorgang wird Exozytose genannt und ist (Eccles) "die grundlegende und einheitliche Tätigkeit der Hirnrinde". Hierzu haben Eccles/Beck drei wichtige Entdeckungen gemacht[Lit. 40,42]:
1. Die besondere Konstruktion des Boutons bedingt, dass die Exozytose nicht mechanisch zwangsläufig erfolgt, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Der Grund hierfür ist nicht thermisch, sondern es sind - wie ausführliche Berechnungen ergeben - Quantenzufälligkeiten.
2. Diese Wahrscheinlichkeit ist gering, nur 20-30%. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit für Quantenprozesse in der Potentialität der Vesikel, diese Wahrscheinlichkeit ohne Verletzung der Erhaltungssätze zu erhöhen.
3. Die Bündelung der Neuronen in den neokortikalen Säulen erlaubt es, die geringen Impulse ausreichend zu verstärken.

Eccles quantenphysikalisch-mathematisch begründete Hypothese ist, dass "ein momentanes Wollen durch eine momentane Zunahme der Wahrscheinlichkeit einer Exozytose in den entsprechenden Bereichen des Kortex neural wirksam wird". Wollen und Intuition wären also im Rahmen der hier vertretenen Dualistischen Wechselwirkungstheorie "aktive Informationen" in der Potentialität, die das Hirn dann in Sprache oder weltliche Bilder übersetzt. Mit dieser bis ins Einzelne ausgearbeiteten Hypothese wurde das Hauptproblem der Geist-Körper-Beziehung gelöst, so dass weitere Forschung darauf aufbauen kann. Dass dies bislang nicht geschehen ist (Ausnahme z.B. Laughlin Lit. 40), hat keine wissenschaftlichen, sondern sehr menschlich-weltliche Gründe. Eccles jedoch hält die Entdeckung dieser Hypothese für die Krönung seines Lebenswerks (und nicht seinen Nobelpreis!).

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