Zur Kritk an Walsch





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Der Autor

Inhalt:
Sex,Selbstliebe,Erfolg
Die 10 Gebote
Hitler und Holocaust
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Persönlich halte ich sehr viel von den "Gesprächen mit Gott" von Neale Donald Walsch, auch wenn mir in Band 2 und 3 nicht alle Ratschläge Gottes einleuchten. Gründe zu ernsthafter Kritik habe ich jedoch noch nicht gefunden. Allerdings sind viele Gedanken Gottes überraschend neu, jedoch zugleich klug und im gesamten Zusammenhang immer stimmig. Andere Leser finden aber doch ernsthafte Gründe zur Kritik. Zum Beispiel ...

Zu Sex, Selbstliebe und Erfolg

Fragen um Sex, Geld oder Erfolgsstreben sind bei religiösen Menschen heikle Themen. Von Jesus hören wir, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr kommt denn ein Reicher in den Himmel. Askese, Enthaltsamkeit und Bescheidenheit gelten in religiösen und esoterischen Kreisen weltweit als gottgefällige Tugenden. Priester und Mönche leben im Zölibat. Und jetzt provoziert uns Gott mit diesen Gedanken (Walsch Band 2, S. 123):
"Übe dich darin, dir zehnmal am Tage zu sagen: ICH LIEBE SEX. Übe dich darin, dies zehnmal zu sagen: ICH LIEBE GELD. Versuch, dies zehnmal zu sagen: ICH LIEBE MICH. Übe dich darin, diese Dinge zu lieben: MACHT, GLANZ, RUHM, ERFOLG, GEWINNEN." ... uam. (die Großbuchstaben wurden Walsch diktiert). Auf die Frage, ob jede Art von Sex okay ist, antwortet Gott mit einem klaren JA, und dass es überhaupt nichts Böses oder Schlechtes gebe, also auch keinen schlechten Sex.

Das stößt auf heftige Kritik: "Walsch ist besessen von einem bösen Geist hohen Ranges oder von Satana selbst", sagt ein Kritiker, und "Weg mit Walsch, dessen giftiges Werk gehört verboten in jeder Hinsicht!"
Diese Kritiker ignorieren Gottes Kommentare auf der folgenden Seite 124:
"Wähle nicht Sex statt Liebe, sondern wähle ihn als ein Feiern der Liebe. Und wähle nicht Macht über, sondern Macht für. Und wähle Erfolg als Instrument, um anderen helfen zu können." usw.
Gottes einfache Regel lautet: Gut ist das, was du in Liebe tust: in Liebe zu dir selbst und zu deinem Nächsten und zu Gott (das und ist wichtig).
Noch kürzer und klarer sagt Gott: "Ich bin die Liebe. Punkt". Dies ist das Hauptthema in allen mir bekannten heutigen Offenbarungen Gottes und Christi (Walsch, Dudde, LtG u.a., siehe mein Buch).
Auch Jesus gibt viele Beispiele dafür, dass Liebe das Höchste ist: Ährenraufen am Sabbat, die Ehebrecherin, das Gleichnis vom Verlorenen Sohn, oder das höchste Gebot: den Nächsten zu lieben 'wie dich selbst'!
Im Band 1, S. 157ff und an vielen anderen Stellen behandelt Gott weitere Fragen um Liebe und Entsagung ausführlich. Moralische Empörung ist nur ein Zeichen für Unverständnis und Borniertheit.
Jedenfalls lehnt Gott Gebote rundweg ab. Denn Gebote hindern uns daran, aus eigener Verantwortung im Geist Gottes das Lieben in jeder Form und bei jeder Gelegenheit zu lernen. Aber natürlich braucht jede Gesellschaft und insbesondere Kinder Gebote und Gesetze. Das jedoch sind UNSERE Gebote und Gesetze.
Vor Gott zählt nur die Liebe. Kann das eine Botschaft Satans sein?

Die 10 Gebote

Zum Thema Gebote ist Walsch Band 1 Seite 150-154 eine in meinen Augen grandiose Neuinterpretation der 10 Gebote.
Zunächst sagt Gott kategorisch: "So etwas wie die 10 Gebote gibt es nicht."
In der Bibel wird das zwar so geschildert, aber wir wissen auch, wie unklar die Überlieferung dessen ist, was damals genau geschah. Völker und Herrscher brauchen Gebote, für die Gesellschaft ist das wichtig, und das war auch Moses' Problem.

Gott jedoch dachte anders. Er sagt heute dazu (S. 151): "Ich will dir (Moses) ein Zeichen geben für meinen göttlichen Bund mit deinem Volk: Ihr werdet wissen, dass ihr den Weg zu Gott genommen habt, und ihr werdet wissen, dass ihr Gott gefunden habt, wenn es diese Zeichen, diese Veränderungen in euch gibt:
1. Ihr werdet Gott lieben ..., 2. Ihr werdet den Namen Gottes nicht missbrauchen ... 3. Ihr werdet nicht nur einen Sabbat heiligen ... sondern bald jeden Tag und jeden Augenblick heilig nennen(!)" usw.
Am Ende betont Gott noch einmal: "Ihr werdet wissen, wenn ihr diese Zeichen seht, dass ihr den Weg zu Gott gefunden habt. Denn ich verspreche euch, dass keiner, der wahrhaft Gott sucht, noch länger diese Dinge tun wird. Das sind eure Freiheiten und meine Verpflichtungen, nicht meine Gebote."
Also nicht: Erst die 10 Gebote halten und später in den Himmel zu kommen,
sondern: Erst den Weg zu Gott finden und dann erkennen und wissen, dass man 'im Himmel' ist, weil man die 10 Zeichen (früher: Gebote) im eigenen Sein und Tun erkennt.

Die Vorstellung, man komme in den Himmel, wenn man gewisse Gebote befolge (die 10 Gebote, Askese, Enthaltsamkeit usw.), diese Vorstellung ist offenbar naiv. Das war übrigends auch eine der wichtigsten Erkenntnisse Martin Luthers. Wie aber kommt man, wie komme ich dann in den Himmel? "Allein durch Gnade", wie Luther meinte?

Ist Hitler im Himmel?

Gott sagt zu Walsch (Band 1, S. 155): "So etwas wie 'in den Himmel kommen' gibt es nicht. Du kannst nicht dorthin gehen, wo du schon bist. Es gibt nur ein Wissen, dass du bereits dort und immer dort gewesen bist, ein Akzeptieren und Verstehen. Erleuchtung ist dieses Verstehen, dass ihr nirgendwohin gehen müsst, nichts tun müsst und niemand sein müsst, außer genau der Mensch, der ihr zur Zeit seid. Der Himmel ist jetzt, und er ist hier." Auf den Seiten 156ff wird dieses bekannte und wichtige esoterische Thema ausführlich besprochen.

Nun zu Hitler. In Band 2 S. 86-95ff bestätigt Gott, dass Hitler "in den Himmel eingegangen ist". Die einzige sinnvolle Frage (s.o. "10 Gebote") ist also, ob Hitler dies selbst weiß. Das allerdings wage ich zu bezweifeln. Erleuchtet ist er sicher nicht, ein erleuchteter Diktator dieses Kalibers wäre ein absolutes Novum. Hitler wird im Jenseits heftig über sich nachdenken und sicher noch weitere Inkarnationen auf sich nehmen. Denn betont liebevoll kann man seinen Lebensstil wirklich nicht nennen, und darauf kommt es schließlich an. Er war aber auch kein egomanischer Bösewicht, denn ohne die Zustimmung von Millionen Menschen (der Antisemitismus ist uralt und weit verbreitet!) hätte er niemals die Judenvernichtung (von deren Sinn und Zweck zum Wohl des deutschen Volkes er überzeugt war!) durchführen können. Dieses Massenphänomen schildert Gott zu Hitlers Entschuldigung ausführlich auf den Seiten 86-95ff.

Schwieriger ist S.96, dort sagt Gott: "Hitler hat niemandem geschadet." Das nun ist wirklich harter Tobak, es ist aus unserer Sicht schlimmster Zynismus. Aber eben nur aus unserer biologisch-menschlichen Sicht. Die heutigen Offenbarungen (s. das Buch) machen jedem ernsthaften Leser klar: Nicht der biologische Mensch mit seinem biologischen Hirn-Ego ist Gottes Ebenbild, sondern Gott sieht nur unsere Seelen! Sie sind seine Ebenbilder. Diese andere Sicht ist das Hauptthema aller heutigen Offenbarungen Gottes und Christi (Walsch, Dudde, LtG, ALG u.a., s. hier).

Gott sagt auf S.96: "Erstens musst du begreifen, dass der Tod kein Ende ist sondern Freude. Er wird der glücklichste Moment deines Lebens sein. Buddha hat gesagt: "das Leben ist Leiden". Buddha hatte recht." Mit "niemandem geschadet" meint Gott: keiner Seele geschadet! Denn nur die Seele zählt vor Gott. Dass Hitler, andererseits, Millionen Menschen und ihren Angehörigen aus deren menschlicher Sicht erheblich geschadet hat, und dass wir das (heute!) aus unserer menschlichen Sicht überhaupt nicht gut finden, darüber müssen wir nachdenken, das ist unser menschlich-soziales Problem, denn wir wollen ja als biologische Menschen friedvoll und anständig miteinander leben. Aber nach unserem Tod und letzten Endes geht um unserer Seelen und unsere zukünftige Existenz als Seelen im Reich Gottes. Es ist schwer, das zu verstehen, solange man noch nicht erleuchtet ist.

Deshalb sagt Gott auch in Band 2. S.362ff: "Vergesst die Religion. Weil sie für euch nicht gut ist."
Denn wir verbauen uns, unseren Seelen, den Weg ins Reich Gottes, wenn wir aus Treue zum traditionell falschen biblischen Gottesverständnis die heute klar offenbarten Positionen Gottes und Christi als satanisch ins Gegenteil verkehren.

Mehr dazu im Buch Über Seele und Gott, Hinweise oder Kritik bitte hier.