Kritik an Drewermanns Theologie



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Der folgende Text kommentiert Zitate aus einem Interview und aus Drewermanns Buch über die Seele.
Die kritische Betrachtung dieser Zitate zeigt: Drewermann hat seinen katholischen Glauben aufgegeben zugunsten eines kritiklosen Glaubens an Darwin und die Hirnforschung. Obwohl er Metaphysik kategorisch ablehnt, formuliert er seinen Glauben als poetisch-ästhetische Pseudometaphysik. Drewermann polarisiert und verwirrt zugleich ...


Eugen Drewermann meint: „Die Naturwissenschaften erklären die Fragen nach dem Warum im Sinne der Kausalursachen. Religion sollte herausfinden, was es bedeutet, dass wir Menschen sind.“
Dies ist die zentrale These Drewermanns - und der gesamten modernen Theologie.

Die folgenden Zitate und Kommentare zeigen, dass Drewermann bei dieser Suche in Widersprüchen und poetischen Traumbildern landet. Die Zitate stammen i.w. aus einem Interview mit Drewermann aus der Zeitschrift "Zeitzeichen", sie sind kursiv gesetzt. Darauf folgen meine persönlichen Bemerkungen.

Noch eine Vorbemerkung:
Der Glaube an eine eigenständige und unsterbliche Seele ist uralt und hat viele Wurzeln. Der griechische Philosoph Plato hat diesen Glauben um 400 v.Chr. philosophisch gefaßt, übrigens ganz ähnlich, wie dies Immanuel Kant vor gut 200 Jahren ebenfalls wieder getan hat (s. Kant). Gedankliche Ordnung macht Dinge verständlich, ein Beweis ist so etwas natürlich nicht.

Nach Plato sind unsere Seelen lange vor unseren Körpern entstanden: die sog. Präexistenz der Seele, die seit Konstantin von der Kirche abgelehnt wurde. Der Leib ist nur das Fahrzeug für die Seele, und jede Seele ist Teil der ewigen Weltseele (biblisch: Kind bzw. Ebenbild Gottes). Drewermann geht davon aus, daß der traditionelle christliche Glaube an eine unsterbliche Seele allein auf Plato beruhe und durch die moderne Naturwissenschaft, vor allem durch die Hirnforschung, als falsch erkannt sei. Seele müsse man deshalb ganz anders verstehen ...

EUGEN DREWERMANN: „... Was bleibt vom Menschen, wenn er verwest? Das Christentum hat diese Idee mit Bezug auf den griechischen Philosophen Platon entwickelt, der die Seele als geistige, unsterbliche Substanz verstanden hat.

Das ist historisch richtig. Es ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn die platonische Seelenphilosophie ist nicht Platons Erfindung, sondern sie wurde zu seiner und Jesu Zeit bis ins 4.te Jahrhundert von kräftigen Wurzeln genährt:
- Da war die uralte ägyptische, später koptische Tradition, die mit Ka und Ba eine überaus reale Seelenvorstellung pflegte. Inwieweit sie auf priesterlicher Selbsterfahrung beruhte, wie dies die Esoterik gerne annimmt, können wir nicht mehr feststellen. Tatsache ist: Die Vorstellung eines Seelenlebens nach dem Tod wurde als real empfunden, sogar realer als das Leben selbst.
- Dann gab es die hinduistische Tradition der Selbsterfahrung und der Wiedergeburt, die auch im vorderen Orient und besonders in Alexandria stark vertreten war (z.B. stammen 22 Gleichnisse Jesu nachweislich aus dieser Tradition). Die Wiedergeburt setzt eine eigenständige, substanzielle Seele voraus.
- Um 400 v.Chr. übersetzte Plato diese Vorstellungen in einen abwägenden philosophischen Diskurs. Dies war in der vorwissenschaftlichen Zeit die übliche Weise, etwas zu verstehen.
- 650 Jahre später nahm Plotin diese Lehren auf, vielleicht hatte er sogar selbst mystische Erfahrungen.
Für die griechisch gebildeten Bischöfe der ersten Konzilien war Platos Diskurs überzeugender als die für sie suspekten Selbsterfahrungen der Erwachten, die altertümlichen Traditionen Ägyptens und der eigenwillige Plotin. Damit blieb nur noch ein angreifbarer philosophischer Diskurs als Basis für die Seelenvorstellung übrig. Heute hat die Erklärungsfunktion der Philosophie für Fakten und Phänomene die wissenschaftliche Analyse übernommen und Metaphysik spielt keine Rolle mehr.

Anstatt nun mit der Metaphysik auch die Seele fortzuwerfen, wie dies Drewermann und leider auch die protestantische Ganztodtheologie tun, wäre es ein Akt der Vernunft, sich wieder verstärkt den platonischen Wurzeln und speziell den mystisch-medialen Phänomenen unserer Zeit zuzuwenden. Die katholischen Theologen Don Bosco und Fridolin Stier zum Beispiel (s. hier) brauchten für ihre Gewissheit für die Existenz einer eigenständigen Seele den 'Beweis' Platos nicht.

Die esoterische These ist: Die ursprünglichen Seelenvorstellungen beruhten auf mystisch-medialen Erfahrungen ähnlich den in dieser Webseite geschilderten. Dies wird besonders deutlich in der Erleuchtungsreligion des Hinduismus (s. Erwachte), aber auch in vielen Stellen des Alten und Neuen Testaments (s. Bibelzitate). Nahtod- und Sterbeerfahrungen, Erleuchtungen und mediale Offenbarungen gibt es doch nicht erst heute! Diese Erfahrungen gehören in den Mittelpunkt jeder Untersuchung über das Wesen das Menschen, also auch ins Zentrum von Theologie und Naturwissenschaft. Dewermann ignoriert das.

E.D.: „In der katholischen Tradition spricht man der Seele vier Eigenschaften zu: Immaterialität, Unität, Substantialität und Personalität. Doch spätestens mit den Theorien von Charles Darwin um 1860 beginnt ein Erklärungskonzept zu greifen, das weder einen göttlichen Eingriff von außen zur Erklärung von Naturphänomenen gelten lässt noch auch eine geistige Einwirkung auf die Materie für nötig erklärt. Das Ergebnis ist die Überflüssigkeit des metaphysischen Seelenkonzepts. Das war ein Schock in der Denktradition, der vor allem bei den Leuten in den Kirchenbänken(welche Arroganz!) dazu führte und führt, an gar nichts mehr zu glauben. Denn wenn das, was bis dahin Seele hieß, aus neuronalen Prozessen im Gehirn erklärt werden kann, wird deutlich, dass es mit dem Verwesungsprozess des Körpers, des Gehirns, zugrunde gehen wird.“

D. vertritt hier die Behauptung des Frankfurter Manifests (s. "Hirnforschung"), dass alles Geistige, also auch mystisch-mediale Phänomene, durch neuronale Prozesse im Hirn vollständig erklärt werden könne. Wenn das so wäre, dann hätte die Seele wirklich ihre metaphysische, immaterielle Eigenschaft verloren. Sollte das Hirn bei mystisch-medialen Phänomenen aber nur beteiligt sein, anstatt sie vollständig zu produzieren, dann sehen die Konsequenzen radikal anders aus. Diese Gegenhypothese wird weder von der Hirnforschung noch von Drewermann in Betracht gezogen.

E.D.: „In der katholischen Theologie ist die Lehre von der unsterblichen Seele dogmatisch nach wie vor ganz groß und eben so feierlich wie falsch. Noch 1996 - 140 Jahre nach Darwin - konnte Papst Johannes Paul II. im Vatikan verkünden, dass die Evolution zwar eine Denkmöglichkeit sei, aber dass die Seele sich nicht entwickelt habe, da sie von Gott sei. Konziser kann man so viel Falsches kaum zusammenfügen.“

Falsches? Die großspurigen Behauptungen der Neurowissenschaft tragen dieses Urteil jedenfalls nicht (s. Hirnforschung). Drewermann hält sie für absolut wahr und stellt sich damit auf die Seite der kritiklosen Wissenschaftsgläubigkeit.

D. hinterfragt auch nicht den ebenso häufigen wie falschen Gedanken, dass alles Unerklärbare gleich direkt "von Gott" sei. Auch Intelligent Design vertritt diese simple und falsche These. Denn hinter der materiellen Welt steht zunächst die immaterielle Welt, und so muß die Frage zunächst sein, wie diese beiden Welten, also z.B. die immaterielle Seele und der materielle Körper, zusammenwirken können (s. Erklärungsmodelle). Vieles spricht dafür, dass die immaterielle Welt genauso aus energetischen Strukturen gebildet ist wie die Materielle, dass Gott der Schöpfer sowohl der materiellen wie der immateriellen Welt ist, und dass wir eines Tages die Physik immaterieller Energien ebenfalls kennen werden und damit mystisch-mediale Phänomene erklären können (s. Erklärungsmodelle). Letzteres aber nur, wenn wir uns mit diesen Phänomenen gründlich beschäftigen. Neuland kann erst dann erkannt werden, wenn es betreten wird.

E.D.: „Es ist die große Schwäche der katholischen Theologie, dass der Glaube mit philosophischen Argumenten vernünftig geredet werden soll.“

Da hat Drewermann recht. Er redet seinen Glauben jedoch auch vernünftig, allerdings mit psychologischen und ästhetischen, also noch schwächeren Argumenten. Die so wichtigen mystisch-medialen Erfahrungen wischt er vom Tisch s.u.

E.D.: „Die Naturwissenschaften erklären die Fragen nach dem Warum im Sinne der Kausalursachen. Da hat die Theologie nichts mehr verloren.“

Dies ist nun eine zentrale These Drewermanns und der heutigen protestantischen Theologie.
Wären diese Erklärungen richtig und umfassend, dann hätte Drewermann recht. Das Kapitel Hirnforschung zeigt jedoch:
- Allaussagen werden als wissenschaftlich beweisbare Wahrheit verkündet (alle Mutationen haben materielle Kausalitäten, alle geistigen Funktion haben biologischen Ursprung, es gibt keinen Geist ohne Gehirn). Allaussagen sind jedoch Glaubensaussagen, sie gehören einer anderen Kategorie an als die zugrundeliegende wissenschaftliche Theorie. Ohne diese Allaussagen würde die Diskussion vollkommen anders verlaufen, viel ruhiger, offener und viel interessanter.
- Begrenzte Experimente werden weit überbewertet. Ramachandran setzt visionäre Einzelelemente mit dem komplexen Scenario einer vollständigen Vision gleich.
- Mystisch-mediale Phänomene lehnt die Mainstreamwissenschaft kategorisch als Wahn und Betrug ab.
- Trotzdem wird die neurologische Hypothese stets einseitig formuliert (das Hirn ist Produzent aller geistigen Leistungen) und als 'bewiesen' bezeichnet. Die alternative Hypothese, dass das Gehirn in bestimmten Situationen auch ein Sender/Empfänger immaterieller Energien sein könnte, wird in Fachartikeln nicht diskutiert. Bewiesen ist eine Hypothese aber erst durch die Falsifikation ihrer Gegenhypothesen. Bis dahin ist alles Glaubenssache (s. Hirnforschung).

Die Fragen nach dem Warum aller geistigen Phänomene sind also noch weit entfernt davon, durch Kausalursachen geklärt zu sein. Drewermann (und ebenso große Teile der protestantischen Kirche) üben sich in vorauseilendem Gehorsam. Sie haben einen Glauben durch einen anderen ersetzt.

E.D.: „Religion ist nicht zur Erklärung dessen da, was die Naturwissenschaften ermitteln können, sondern Religion sollte herausfinden, was es bedeutet, dass wir Menschen sind.“

Das tun Philosophie und Psychologie auch. Religion sollte deshalb die primär religiösen Phänomene betrachten: mystisch-mediale Erfahrungen wie Offenbarungen, Nahtoderfahrungen, Sterbeerfahrungen uvam. (siehe Startseite).

Was findet Drewermann nun heraus?
Reine Metaphysik! ...

E.D.: „Es geht bei der Rede von der Seele darum, dass wir als Person nur ermöglicht sind im Gegenüber einer absoluten Person, in ihrer Zugewandtheit, ihrer Liebe, die nicht will, dass wir im Tode verkommen. Das ist der Sinn des christlichen Glaubens. Glauben bedeutet, sich mit der ganzen Existenz in die Hand Gottes zu geben. Der Mensch braucht kein inneres Prinzip, das göttlich genannt wird, im griechischen Sinne für sich zu reklamieren. Es bietet sich darum an, anstelle von Seele von Person zu reden. Das ist ein Sprachgebrauch, der wirklich theologische Dimensionen erreicht. Es geht nicht um einen göttlichen Kern, es geht um den ganzen Menschen vor dem Angesicht Gottes.“

Da wäre nun vieles zu erfragen, z.B.
- Ist diese absolute Person mehr als eine idealisierte Fiktion? Frommer Wunschglaube?
- Auf was gründet sich dieser Glaube?
- Was ist diese Konstruktion anderes als Metaphysik, die D. entschieden ablehnt?
- Kann die Erfahrung dieses Glaubens mehr sein als bloße Autosuggestion?
- Wenn ja, hat diese erfahrbare Wirklichkeit transzendente oder immanente Ursachen?
Transzendenz schließt Drewermann aus.
Damit bleibt Gott für Drewermann eine Kreation unseres Hirns, eine immanente Schimäre, die nach dem Neurologen Ramachandran (an den Drewermann glaubt) von der Amygdala halluziniert wird.
Auch wenn der Glaubensgrund ein Faktum ist (z.B. Jesus), dann sind nach Drewermanns Überzeugung aber alle Fakten materiell und somit letztlich bedeutungslos es sei denn, wir sprechen ihnen durch Glaubensrituale Bedeutung zu.

Hierin ist Drewermann Meister: E.D.: „... als ein mythisches Bild halte ich den Begriff Seele für unverzichtbar. Es liegt in ihm eine lang noch nicht ausgeschöpfte Quelle von Poesie. Die Seele ist ein Medium der Begegnung, der Schönheit, der Ergriffenheit, der Zugewandtheit. Sozusagen das Signum für einen Austauschvorgang in Zärtlichkeit und Liebe. Sieht man, berührt man die Seele eines Menschen, möchte man sein Geheimnis zwar erfahren, berühren, streicheln. Aber man weiß zugleich, dass man es nie begreifen und schon gar nicht ergreifen kann. Dass da ein Heiligtumsraum ist. Etwas, das geschützt sein will. Eine Sphäre des Göttlichen. Das alles schwingt in dem Begriff Seele mit.“

Ein wunderbares Bild!
Die von D. abgelehnten Metaphysiker fantasieren logisch, D. fantasiert poetisch.
Allerdings ist beides gleich weit entfernt von der empirisch erfahrbaren Wirklichkeit unserer realen Seele, siehe Startseite.

Drewermann und die heutige Wissenschaft generell betrachten nur den Alltagsmenschen, unsere Normalität.
Als Normalmenschen sind wir das Tier Homo Sapiens. Selten mehr, oft weniger.
Darüber hinaus haben wir noch etwas Unverstandenes: die paranomalen oder parapsychologischen mystisch-medialen Phänomene. Geht das nicht noch viel tiefer in "wirklich theologische Dimensionen" als die emotionale Poesie Drewermanns? Wie kann man über das Wesen des Menschen grundlegende Aussagen machen, ohne sich mit diesen Phänomenen gründlich zu beschäftigen?

Für Drewermann jedoch endet die Tiefe im Temporallappen: „Nehmen Sie die Visionen: Neurologisch weiß man, dass Temporallappen-Epilepsien zu Visionen führen können.“

Da übertreibt Drewermann noch mehr als der Neurologe Ramachandran selbst.
Was man neurologisch wirklich weiß, ist nur, dass der Temporallappen bei Visionen beteiligt sein und gewisse Bilder und Zustände von Klarheit produzieren kann. Die Beteiligung des Hirns an der Visualisierung mystischen Erlebens steht aber seit jeher außer Frage. Außerhirnliche immaterielle Faktoren bei der scenischen Gestaltung von Visionen lehnt die Hirnforschung kategorisch ab (s. Hirnforschung). Interessante Erklärungen findet man dagegen zum Beispiel im Kapitel 2.0 bei Greber: Die Gesetze ....
Im übrigen sehen der Parapsychologieforscher Dr. v. Lucadou und das Epilepsiezentrum Bethel Epilepsien entschieden differenzierter als D., siehe hierzu die Diskussion um die Vision des Paulus vor Damaskus).

E.D.: „Die Interpretation einer bestimmten Vision oder Audition oder Halluzination ist gebunden an den Kulturraum, in dem festgelegt wird, was eine Vision bedeutet. Es ist unmöglich, dass die Mutter Gottes, der Engel Michael oder wer immer als solcher vom Himmel kommt. Jemand hat eine Vision und interpretiert sie nach den Maßgaben der eigenen Kultur.“

Die Gebundenheit von Visionen an den Kulturraum ist richtig. Aber nicht der Visionär interpretiert, sondern die geistige Energie, die sich mitteilen möchte, erzeugt ein verständliches Bild. Auch wir verwenden kindliche Bilder, wenn wir ein Kind belehren wollen. Das ist offensichtlich und klar für jeden, der sich nur ein klein wenig mit mystisch-medialen Phänomenen beschäftigt. Drewermanns Interpretation ist so billig wie der Materialismus überhaupt. Hier ist ein Beispiel einer Vision.

E.D.: „... Es gibt unsachgemäße, ja, verlogene Verkürzungen, etwa in so mancher Beerdigungspredigt: "Gott hat das Leben zu sich genommen" ist so ein Satz. Dabei sind die Dinge viel komplexer und komplizierter. Ich bin sehr stark beeinflusst durch Autoren wie Blaise Pascal. Der hatte für unsere Frage "Was wird im Tod aus uns?" nichts weiter als eine Wette auf die Unsterblichkeit. Und das ist wunderbar, weil es ehrlich war. Mir liegt daran, die Hoffnung nicht aufzugeben, die Dostojewski am Ende der "Brüder Karamasow" ausspricht: "Wir werden uns wieder sehen." Aber ich glaube, dass "Ehrlichkeit" bedeutet, einzugestehen, dass jenseits des Todes alle Beweisbarkeiten aufhören.“

Das ist nun weder komplex noch kompliziert.
Für mich bedeutet Ehrlichkeit, sich offen und neugierig mit allen Indizien (nicht Beweisen!) auseinanderzusetzen, die für die Frage nach der Unsterblichkeit der Seelen relevant sein können. Die platten Thesen der Hirnforschung zu übernehmen und mystisch-mediale Phänomene billig vom Tisch zu wischen, ist eines klugen Theologen unwürdig. Man kann nicht 'die Hoffnung nicht aufgeben', die Pascalsche Wette hoffnungsfroh eingehen und gleichzeitig Ramachandran Beifall klatschen. Hier ist Drewermann unehrlich. Sorry.
(s. hierzu Erfahrungen mit Verstorbenen)

Nochmals zu Plato: „... dass wir kein Recht haben, von einem Seelenprinzip zu sprechen, das im platonischen Sinne in den Körper eingekerkert sei, um ihn dann zu verlassen. Das ist eine Philosophie, die wir so nicht mehr halten können.“

Ja, philosophische Begründung geht nicht mehr. Aber es gibt Erfahrungen mit Verstorbenen.

Zu Nahtoderfahrungen: „Die Existenz eines personalen Gottes ist, wie wir sahen, aus der Schöpfung kausal nicht beweisbar ... dass auf Grund bestimmter Phänomene, zum Beispiel der sogenannten Nahtod-Erfahrungen, Gott existieren müsse ...“

Offensichtlich kennt Drewermann Nahtoderfahrungen nur sehr oberflächlich, denn von Gott sprechen sie gerade nicht. Vielmehr geht es um das Erleben einer als immateriell empfundenen Welt und um Begegnungen als Seele mit anderen Geistwesen. Es geht um Erfahrungen als eigenständig existenzfähige Seele.

E.D.: „Umso wichtiger aber bleibt für die individual-psychische Deutungsebene einer Erscheinung die Feststellung der Neurotheologie, dass alle Visionen, Auditionen etc. als nichts anderes verstanden werden können denn als Produktionen des Gehirns - durchaus nicht Wirkungen von etwas objektiv Seiendem.“

Auf Grund von glaubwürdigen und gut dokumentierten Erfahrungen bin ich 'durchaus doch' der entgegengesetzten Meinung.
Bitte lesen Sie die Startseite, die o.g. Links zu Visionen sowie evtl. mein Buch/Pdf und bilden Sie sich dann Ihre eigene Meinung.
Hinter D.s Aussage stehen nur zwei bescheidene Experimente, und die haben mit Theologie aber auch garnichts zu tun. Siehe Hirnforschung-Neurotheologie. Nur wenige Neurologen versteigen sich so wie Drewermann.
Drewermann will glauben. Er denkt weder empirisch noch wissenschaftlich. Glaube an sich ist ihm wichtig. Die Kirche hat ihn tief enttäuscht, nun fühlt er sich erlöst und geborgen im Glauben an die Poesie und den wissenschaftlichen Materialismus.

Echt und tief empfundene Religion findet heute anderswo statt: in der esoterisch-spirituellen Szene. Sie nimmt religiös-parapsychologische Phänomene ernst (leider oft unkritisch) und richtet ihr tagtägliches Leben danach aus. Hier wächst eine selbstverantwortliche, auf tätige Liebe (statt auf mythische Poesie) gegründete Religiösität ohne akademische Theologie, ohne Predigten, ohne Liturgien, ohne Dogmen, ohne Organisation und ohne Mitgliedschaften. Dafür mit Bezug auf lebendig empfundene Offenbarungen und auf transzendente und überzeugend übermittelte Erfahrungen.

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